deutsche version english version  


Startseite
Unternehmen
Hardware
SonoWin Software
SonoWin Module
Download
Links
Kontakt
Archiv
Update Info
 

Quo vadis Ultraschall?

 

Auf dieser Seite schreibt Johnnie W. seine Gedanken zur Welt der Ultraschalldiagnostik. Die Ereignisse der letzten Wochen und Tage werden kritisch beleuchtet und mit der persönlichen Meinung kombiniert, zugegeben bisweilen auch sarkastisch. Es ergibt sich ein anderes, nicht ganz ernst zu nehmendes Bild der Szene – Lächeln und Nachdenken sind angesagt.

 

(Hinweis: einige der Links im Artikel erfordern eine kostenlose Anmeldung bei www.auntminnie.com)

 

Die Zeit des Geldverdienens ist gekommen – endlich können die Gynäkologen auch mit preiswerten Ultraschallgeräten „3D-Babyfacing“ pränatal praktizieren und dafür ein paar € oder $ einstreichen, wenn das mitgeschnittene Video später das Fotoarchiv des Kindes vervollständigen soll. Schon treten die ewigen Miesmacher auf den Plan und behaupten, dass diese Art Ultraschalldiagnostik eventuell Schäden verursachen könne. Begründet wird die ganze Sache mit einer geradezu verheerend schlechten Ausbildung der so genannten „Sonographer“ in den USA. Bleibt die Frage, ob das Niveau der in Deutschland und Europa tätigen Ärzte, die Ultraschalldiagnostik in der Geburtshilfe betreiben, wirklich besser ist? Qualitätsmanagement hin, Routine und Kostendruck her – die Methode wird oft genug zu deren Schaden angewandt. Und so wird eine Welle der Entrüstung durch die erlauchte Welt der „Babyfacer“ gehen und die globale Verunglimpfung nicht auf sich beruhen lassen. Aber nun mal ehrlich: was ist dagegen einzuwenden, dass 3D-Ultraschall am Feten nur nach medizinischer Fragestellung eingesetzt werden sollte?

 

Wer in der geburtshilflichen Ultraschalldiagnostik vergisst bei einer unübersehbaren Nackenfalte die Transparenz zu vermessen, kann für die Zukunft auf Abhilfe hoffen: irgendwie soll der Kopfduchmesser des sehr kleinen Menschen im Verhältnis zur Nasenbeinlänge vergleichbare Ergebnisse liefern. Ich wusste es schon immer: die Nase ist eines der wichtigeren Organe; das sagt doch auch ein altes Sprichwort: „So wie die Nase des Mannes, so …“. War da nicht vor einigen Jahren auch die Ohrlänge als Indikator im Gespräch? Da kann man nur sagen: „Der Lauscher an der Wand, hört …“. Skepsis und mehr Sachverstand anstelle Studien- und Zahlengläubigkeit sind angebracht.

 

Neuerdings haben findige Leute festgestellt, dass Marihuana die Durchblutung des Gehirns vermindert – angeblich soll die Denkfähigkeit dadurch vermindert werden. Auch hier gilt das alte Sprichwort: „Ein voller Bauch studiert nicht gern“. Und diejenigen, die dieses Zeug nehmen, wollen sicher nicht mehr ganz konzentriert bei der Sache sein.

 

Nach über 10 Jahren weltweiter Erfahrung mit Ultraschallkontrastmitteln, ausgenommen die USA, kommt jetzt die FDA daher und behauptet, dass der Einsatz von Ultraschallkontrastmitteln die Diagnostik von Läsionen in der Leber verbessert. Wer hätte das gedacht? Dabei sind die Amis der Welt doch sonst um Lichtjahre voraus. Nichts für ungut: späte Einsicht ist besser als keine. Mal abgesehen von den Restriktionen, die europäische Medizinproduktehersteller bei der Zulassung auf dem amerikanischen Markt erdulden müssen, wacht Amerika auch hier endlich auf. In Erwartung der Genehmigung (von der FDA) zur Durchführung einer klinischen Studie zur Auflösung von Thromben mit Ultraschall und Kontrastmittel hat die Fa. ImaRx mal eben Aktien im Wert von 7 Mio $ verteilt und somit nicht nur das medizinische, sondern auch das finanzielle Risiko unter den Menschen verteilt – so sind die Amerikaner nun mal.

 

Regelgerecht ist es, wenn Goliath im Kampf gegen David gewinnt – leider sind die Ausnahmen viel zu selten. Dabei wäre es so schön gewesen, wenn David Sensant Corp. eine neue, viel versprechende Wandlertechnologie im Alleingang dem großen Transducer-Markt zugeführt hätte. Die kleine, aber innovative Schmiede hat CMUT (capacitive micromachined ultrasound transducer, so eine Art Kondensatormikrofon und -lautsprecher für Ultraschallfrequenzen) bis zur Marktreife entwickelt. Die Riesen in der Szene haben diese Technologie erst für 2010 auf ihrer Prioritätenliste. Und so nimmt es nicht Wunder, dass plötzlich, aber nicht ganz unerwartet, der Riese mit Namen „Goliath Siemens“ die Technologie vom Markt weg kauft – ein böser Bursche, wer da übel denkt. Sehr wahrscheinlich ist dies dem Globalisierungsdruck geschuldet und die Ultraschallanwender können sich darauf freuen, gelegentlich mit kleinen Fortschrittsbrocken von den Goliaths der Branche versorgt zu werden. Diese kleinen Schritte sind dann als Revolution oder „breakthrough“ dem geneigten Kunden leicht schmackhaft zu machen. (Johnnie W.)

 
     
© MESO Ingenieurbüro 2012 ISO 9003CE genormt